VM 2017

Offene Vereinsmeisterschaft 2017
Abschlusstabelle

24.12.2016 Manfred Bley - Schachwart

Vereinsmeister 2017 - eigentlich hätten wir also noch viel Zeit gehabt! - wurde mit einer souveränen Leistung Anatolij
Paul, der als Favorit ins Rennen gegangen war; aber immerhin einige nominell fast gleichwertige Gegner im Nacken
hatte. Herzlichen Glückwunsch!

Nach zwei Auftaktsiegen wartete in Runde 3 bereits Ulrich Spindel. Die Vorentscheidung wurde mit einem Remis
zunächst vertagt. Anatolijs Sieg in Runde 4 gegen Matthias Kemény wehrte dann den nächsten Verfolger ab, während
sich Ulrich Spindel in der nächsten Runde mit einem Remis zufrieden geben musste. Nachdem Ulrich dann in Runde 6
gegen Jürgen Dümmke strauchelte, schien die Sache klar. Doch Matthias Kemény gab sich keine Blöße mehr; trotzdem
hätte wahrscheinlich sogar eine Niederlage in der letzten Runde für Anatolij zum Turniersieg gereicht. Da aber zwei
Nachholpartien nach der letzten Runde stattfanden, von deren Ergebnissen der Ausgang des Turnieres abhängig war,
hätte die Meisterschaft doch noch eine Zitterpartie werden können.

Eine ausgezeichnete Leistung bot auch Matthias Kemény, die ihm Platz 2 einbrachte. Jürgen Dümmke und Ernst-Helmuth
Varain mussten sich in Runde 2 und 3 beugen, lediglich gegen Anatolij Paul gab es eine Niederlage, gegen Ulrich Spindel
noch ein Remis; ebenfalls einen herzlichen Glückwunsch! Ulrich Spindel landete auf Platz 3, für den an Nr. 2 gesetzten
sicher kein Beinbruch. Die Niederlage gegen Jürgen Dümmke war eine entscheidende, denn mit einem Sieg hätte Platz 1
winken können.

Wie sah es hinter den Medaillenrängen aus? Auf Platz 4 schon Jürgen Dümmke, kurz vor seinem 80. Geburtstag und kurz
nach schwerer Krankheit zumindest schon wieder der Alte. Nach Niederlagen in Runde 2 und 3 kam es zu einem
beeindruckenden Endspurt mit vier Siegen! Ernst-Helmuth Varain und Joachim Felten landeten auf den Folgeplätzen.
Der große Wurf gelang nicht, aber die Substanz der beiden vielfachen Exmeister war natürlich zu groß, um weiter unten
zu landen. Dahinter eine Traube von Spielern, die mehr oder weniger zufrieden oder unzufrieden sein konnten. Bei
einigen Ergebnissen muss man bedenken, dass hier jeweils einen Gratispunkt durch das Freilos eingerechnet wurde.
Weiter im Aufwärtstrend ist Erich Müller, der ein konzentriertes Turnier spielte und auf die 1600 zumarschiert.

Das Turnier startete mit den Rückzügen von Jens Buhlmann und Peter Sorgenfrei. Somit wurde mit 15 Spielern, also
einer ungeraden Anzahl begonnen, was bei so wenigen Teilnehmern keine gute Basis ist. Nach reibungslosen fünf
Runden, tauchte für mich ein Phänomen auf, das sich Betriebsschachsport nennt und scheinbar immer montags
stattfindet. Da viele VM-Teilnehmer davon betroffen waren, wurde die Spielreihenfolge gehörig durcheinander gewirbelt.
An die eherne Regel, keine Partien nachzuspielen, war nicht mehr zu denken. Zudem schied Karl-Heinz Ruge - auch
durch (zu späte) Absagen genervt - aus dem Turnier aus und verließ den Verein.

Das Schweizer System hat sich meiner Meinung nach nicht bewährt. Man denke nur daran, wenn Externe mitgespielt
hätten. Ich denke, dass ein Rundensystem mit nervigem Turnierleiter, der weiß, was betriebsschachlich auf ihn
zukommt, besser funktionieren würde.


24.12.2016 Anmerkungen von khw

Die Schachabteilung spielt am Ende jeden Jahres den Vereinsmeistertitel für das kommende Jahr aus; Anatolij Paul ist
durch seinen Turniersieg am Ende des Jahres 2016 nun Vereinsmeister der Schachabteilung für das Jahr 2017! Nicht das
Rundenturnier Schweizer System ist das Problem, sondern der große Zeitraum und die Zu- bzw. Absagedisziplin der
Teilnehmer. Insgesamt aber - den Abgang von Herrn Ruge kann und will ich nicht kommentieren, ein Turnier mit
spannenden Partien und den üblichen Verdächtigen an der Spitze der Abschlusstabelle.

Manfred, vielen Dank für dein Engagement!